Dysgnathie-Chirurgie

In unserem Kompetenzzentrum für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) führen wir als eine unserer Hauptleistungen chirurgische Eingriffe zur Korrektur der Form und Lage von Kieferfehlstellungen (Dysgnathie) durch.

Derartige Fehlbildungen können multiple Ursachen haben: Einerseits können sie angeboren sein, andererseits aber zum Beispiel durch Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Unfälle erworben werden.

In erster Linie werden diese Erkrankungen der Kiefer zunächst kieferorthopädisch behandelt, jedoch wird ein knochenchirurgischer Eingriff notwendig, wenn ausgeprägte Fehlstellungen, Funktionsstörungen sowie Beeinträchtigungen des Profils diagnostiziert werden.

Abb. 15: Kieferorthopädische Korrektur eines Überbisses mittels einer festen Apparatur

 

Wir setzen uns zum Ziel, die kieferorthopädisch nicht therapierbaren Fehlbildungen der Kieferknochen operativ zu korrigieren. Auf diese Weise stellen wir die optimale Kaufunktion und das ästhetische Gesichtsprofil unserer Patienten wieder her.

In Zusammenarbeit mit dem behandelnden Kieferorthopäden erarbeiten wir einen individuell angepassten Therapieplan. Die Befundlage kann sehr unterschiedlich sein, deshalb können wir an dieser Stelle unsere Vorgehensweise nur beispielhaft beschreiben:

Diagnostizieren wir beispielsweise einen zu engen Oberkiefer, so wird zunächst einechirurgischeGaumennahterweiterung (GNE) durchgeführt, wofür wir in einer Operation die bei einem Jugendlichen noch knorpelige, bei einem Erwachsenen bereits verknöcherte Gaumennaht erweitern. Anschließend wird durch ein vom Kieferorthopäden vor der Operation eingesetztes Gerät, das durch eine Verstellschraube manipuliert wird, nach und nach die Weitung des Oberkiefers herbeigeführt. Darüber hinaus müssen wir auch in Betracht ziehen, ob Weisheitszähne vorab entfernt werden sollten.

Die eigentliche Umstellungsoperation der Kiefer erfolgt nach der abgeschlossenen kieferorthopädischen Vorbehandlung, bei der die Zähne auf den Zahnbögen ausgeformt werden. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Wir operieren minimalinvasiv über die Mundhöhle, wodurch äußere Narben des Gesichts vermieden werden können. Dabei verwenden wir die weltweit am häufigsten angewendete und meist erforschte Methode, die hinsichtlich Erfolg und der geringen Komplikationsrate immernoch den anderen Methoden überlegen ist. Nachdem die Kieferstellung zueinander knochenchirurgisch korrigiert wurde, werden die Knochen mit Titanplättchen stabilisiert.

Im Rahmen der Nachsorge werden Sie von uns etwa 3 Tage postoperativ stationär betreut und danach innerhalb der Kontrolltermine in unserem Kompetenzzentrum MKG von uns versorgt.

Zum Abschluss ist es notwendig, eine kieferorthopädische Nachbehandlung zur Feineinstellung und Sicherung des Bisses durchführen zu lassen. Retentionsgeräte, die am Ende der Behandlung eingesetzt werden, verhindern, dass Zähne und Kiefer wieder in die alte Position zurückwandern.

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